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Hermelsbacher Weg 41
57072 Siegen
Telefon: 0271 - 230 96 10
E-Mail: sekreteriat@dr-bickmann.de

Sprechzeiten

Mo.: 7.00 - 12.00 Uhr
14.00 - 17.00 Uhr
Di.: 14.00 - 17.00 Uhr
Mi.: 7.00 - 12.00 Uhr
Do.:
7:00 - 12:00 Uhr
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Fr.: 7.00 - 12.00 Uhr
und nachmittags nach Vereinbarung
   

Liebe Patientin,

in den vergangenen Tagen gab es vermehrt Pressemeldungen, in denen darüber berichtet wurde, dass Schwangere in gynäkologischen Praxen in Deutschland angeblich überversorgt werden. Aufgeführt wurden dabei Ultraschalluntersuchungen, die Untersuchung der Herzfrequenz des Kindes und der Wehen der Mutter durch eine Cardiotokografie (CTG) und bestimmte Bluttests.

Nicht erwähnt wurde leider, dass gerade wegen der herausragenden ärztlichen Schwangerenbetreuung die Sterblichkeit von Babys vor oder kurz nach der Geburt in den vergangenen Jahrzehnten auf ein Zehntel gesunken ist. Auch nicht erwähnt wurde, dass z. B. Bluttests, die eine Infektion mit Ringelröteln, Toxoplasmose oder eine Zytomegalie nachweisen können, von den Krankenkassen nicht übernommen werden. Nicht erwähnt wurde, dass wenige Krankenkassen jedoch als Werbemaßnahme bis zu 150 Euro gerade für solche Leistungen den Müttern direkt erstatten.

Als werdende Mutter wollen Sie eigentlich nichts von Sterblichkeit und Krankheiten hören. Weil Sie sich eine sorgenfreie Schwangerschaft wünschen, wollen Sie Ihr Kind sehen, und nehmen die ärztliche Schwangerenvorsorge wegen der guten und umfassenden Betreuung wahr. Sie schätzen die Sicherheit, die Ihnen die frauenärztliche Betreuung bietet.

Daher wird Ihre Frauenarztpraxis Sie in Ihrer Schwangerschaft natürlich auch in Zukunft vertrauensvoll begleiten, Ihnen Ängste nehmen und alles dafür tun, damit Sie und Ihr Wunschkind optimal versorgt sind. Wie bisher auch, müssen wir Sie darüber aufklären, welche Maßnahmen sinnvoll sind – auch wenn diese nicht in den aktuellen Mutterschaftsrichtlinien enthalten sind, wie z.B. das sogenannte Erst-Trimester-Screening zwischen der 12. Und 14. Schwangerschaftswoche, zusätzliche Ultraschalluntersuchungen, Herzfrequenz- und Wehenableitungen oder Laboruntersuchungen.

Sie bleiben aber zu jedem Zeitpunkt diejenige, die selbstbestimmt darüber entscheidet, was Ihre Ärzte für Sie tun, damit Sie diesen besonderen Lebensabschnitt mit Freude erleben.


Ihre Frauenarztpraxis

Die MirenaR, in der Presse auch als Hormonspirale bezeichnet, hat eine „kleine Schwester“ bekommen: JaydessR: Sie wirkt wie die Mirena, ist aber kleiner, dünner und leichter einzusetzen. Sie ist für die Verhütung bei der jungen Frau, der Frau, die noch keine Kinder geboren hat und beim Teenager geeignet.

Die Jaydess ist seit dem 1. März 2014 erhältlich. Sie ist zwar ein neues intrauterines Verhütungsmittel, teilt aber mit der Mirena nicht nur die Wirkungsweise, sondern auch die Erfahrung, die bei der Mirena schon über 35 Jahre alt ist.

Die Mirena und die Jaydess gehören zu den sogenannten Intrauterinsystemen (IUS), vom Hersteller auch „Verhütungsschirmchen“ genannt. Die Jaydess ist nicht nur kleiner, sondern auch auf eine kürze Liegezeit berechnet: Sie wirkt drei Jahre, im Gegensatz zur Mirena, die fünf Jahre wirkt. Beiden gemeinsam ist die Verhütungswirkung: In der Gebärmutter und nur darin wird ein Hormon freigesetzt, es heißt: Levonorgestrel (LNG). Die Jaydess gehört daher wie die Mirena zu den LNG-IUS.

 

Wie wirkt die Jaydess® überhaupt?

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Sie gibt in der Gebärmutter ein Hormon ab, das Levornorgestrel. Dieses Hormon ist auf die Gebärmutter beschränkt und wird im Blut so gut wie nicht nachgewiesen. Im Gebärmutterhals befindet sich ein Sekret, das zum Zeitpunkt der Befruchtung für die Spermien flüssig und auf diese Weisedurchlässig wird. Das Levornorgestrel der Jaydess verhindert das, so dass die – meisten - Spermien außen vor bleiben. Die wenigen Spermien, die diese Barriere überwinden, kommen unweigerlich mit der Jaydess selbst in Kontakt. Dieser Kontakt macht sie inaktiv. Die Verhütung ist perfekt.

Wie sicher ist die Jaydess?

Die Sicherheit von Verhütungsverfahren wird durch den Pearl-Index ausgedrückt. Der Pearl-Index gibt an, wie viele von 100 Frauen schwanger werden, wenn sie ein Jahr lang mit einer bestimmten Methode verhüten. Der Pearl-Index der Jaydess ist 0,33. Bei 100 Frauen treten in einem Jahr 0.33 Schwangerschaften auf oder - anschaulicher - 3,3 Schwangerschaften unter 1000 Frauen. Zum Vergleich: Ohne Verhütung beträgt der Pearl-Index 85.

Was macht die Jaydess als LNG-IUS so attraktiv?

Die Jaydess, wie auch die Mirena, enthält nur ein sehr gering dosiertes Gestagen, kein Östrogen. Sie greift nicht in die Aktivität der Eierstöcke ein und lässt den Zyklus der Eierstöcke unverändert. Weil sie aber in der Gebärmutter auch den monatlichen, zyklischen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut nach unten reguliert, sind die monatlichen Blutungen schwach. Bei vielen Anwenderinnen sind sie so schwach, dass nicht einmal ein Tampon oder eine Vorlage/Monatsbinde nötig werden.

Ein weiterer Vorteil, den die Jaydess, wie auch die Mirena, mit sich bringt: Weil keine Östrogene im Spiel sind, kann eine Mutter mit liegender Jaydess weiter stillen.

Weil die Jaydess nur in der Gebärmutter wirkt, stellen Magen-Darm-Veränderungen, Durchfall oder Erbrechen die Wirksamkeit der Jaydess nicht in Frage.

Last, but not least: Drei Jahre nicht an eine Verhütung denken zu müssen und dennoch sicher vor einer ungewollten Schwangerschaft zu sein, ist sehr komfortabel. Sollte eine Frau vor Ablauf der   längst möglichen Liegezeit von drei Jahren schwanger werden wollen, so braucht sie die Jaydess nur ziehen zu lassen und kann bereits im folgenden Zyklus schwanger werden. Die Wirkung der Jaydess ist voll reversibel.

Weitere Informationen

Näheres kann man unter der Website des Herstellers der Jenapharm GmbH & Co. KG erfahren.

 

 

Hohe Rate an Überdiagnosen bei Mammographie-Screening

Kaum eine Maßnahme der Krebsvorsorge ist seit ihrer Einführung so umstritten wie die Screening-Mammographie. Die Auswertung des US-Krebsregisters SEER liefert jetzt neuen Diskussionsstoff: Die Zahl der Spätdiagnosen - die man eigentlich durch das Screening verhindern will - ist in den USA seit 1979 nur sehr gering zurückgegangen (von 102 auf 94 pro 100.000). Die Rate an Frühdiagnosen hat sich dagegen seither mehr als verdoppelt.

Damit einher geht eine hohe Rate von Überdiagnosen, die die US-amerikanischen Autoren nach ihren Daten auf 31 % schätzen. Dies beinhaltet die Diagnose von Krebserkrankungen, die sich bei der Patientin während ihrer Lebenszeit nie bemerkbar gemacht hätten und somit auch nicht behandlungsbedürftig sind. Somit wäre allein in den USA in den letzten drei Jahrzehnten seit Einführung der Screening-Mammographie bei 1,3 Millionen Frauen ein klinisch nicht relevantes Mammakarzinom diagnostiziert worden - mit allen negativen Behandlungsfolgen und psychischen Belastungen.

Quellen:
Effects of Three Decades of Screening Mammography on Breast-Cancer Incidence
(N Engl J Med (2012); 367: 1998-2005; DOI: 10.1056/NEJMoa1206809)
USA: 1,3 Millionen Überdiagnosen durch Mammographie
(Deutsches Ärzteblatt)

 

Wird Brustkrebs zu häufig übersehen ? –
Das Mammographie-Screening in der Kritik

Die Bilanz des Mammographie-Screenings ist ernüchternd: Unter den Teilnehmerinnen wurden zwischen 2005 und 2008 in Nordrein-Westfalen 9212 Brustkrebsfälle entdeckt, davon 7176 durch die Screening-Mammographie und 2036 Fälle im zweijährigen Intervall zwischen zwei Untersuchungen, so genannte Intervallkarzinome.

Intervallkarzinome

Jede 4. Brustkrebspatientin (22%) hatte noch einige Monate zuvor von ihrer Screening-E
inheit einen „unauffälligen Befund“ mitgeteilt bekommen. Die Ergebnisse sind im Deutschen Ärzteblatt (46/2012) publiziert worden. Grund genug, um sich mit dem Programm kritisch auseinander zu setzen.

Kammerpräsident Theo Windhorst hatte daher den Vorsitzenden des Beirates des Mammographie-Screenings, Dr. Wolfgang Aubke, zum Bericht vor der Kammerversammlung nach Münster gebeten.

Der strukturierte und qualitätsgesicherte Zugang zur Mammographie sowie die Evaluation der Ergebnisse bietet das Bild einer hochentwickelten Diagnostikeinheit. Umso gravierender muss das Versagen dieses Programms bei 22% nicht entdeckter Mammakarzinome gewertet werden.

Was unterscheidet die Intervallkarzinome von den im Screening entdeckten? Auffällig ist die hohe Inzidenz besonders schwerer Fälle, 44% mit einer Tumorgröße T2 bis T4, während in den im Screening entdeckten Fällen mit 19,1% der Anteil an [[in-situ-Karzinomen]] auffällig hoch ist. Wenn das Screening die leichten Fälle entdeckt, aber die schweren nur zu 78%, stellt sich die Frage nach der Überdiagnostik bei den leichten Fällen sowie nach der Unterdiagnostik bei den schweren Fällen.

Die Überdiagnostik wird von Seiten des Screeningverantwortlichen Aubke als ungelöstes Problem anerkannt. - Das Intervallkarzinom wäre selbst bei einer höhreren Untersuchungsdichte nicht zu beseitigen, weil die Mammographie immer nur sehr spät in der Tumorgenese positiv wird und auch nicht bei jeder Karzinomart auffällig wird.

Befundverweigerung

Ein weiteres Merkmal des Screenings ist die Weigerung der Screening-Einheiten, die Befunde der Mammographien mitzuteilen. So erfahren weder der Frauenarzt/Hausarzt noch die betroffene Frau, ob der „unauffälligen Befund“ nur dadurch zustande kam, weil die hohe Dichte des Gewebes keine zuverlässige Diagnostik erlaubte oder ob sich bei einer geringen Brustdichte mit 90%iger Sicherheit kein Tumor befand. Bei der hohen Brustdichte sinkt die Sensitivität auf 40-60%. Ein „unauffälliger Befund“ bei einer hohen Brustdichte („ACR 4“) ist daher mit gleicher Wahrscheinlichkeit entweder suspekt oder Ausdruck eines tatsächlich unauffälligen Gewebes. Das Ergebnis könnte man würfeln.

Fehlender Arztkontakt

Eine Besonderheit des Mammographie-Screening-Programmes ist es, dass die betroffene Frau im Unterschied zur diagnostischen Mammographie keinen Arzt zu Gesicht bekommt. Diese Untersuchung ist vielmehr rein technisch konzipiert. Der Arzt kommt zeit- und ortsversetzt erst dann ins Spiel, wenn ihm die Aufnahmen von der Screening-Einheit digital übermittelt werden.

Zu geringe Teilnahmerate

Zu den Anforderungen eines Screenings gehört wesentlich die Anwendung einer Maßnahme auf die gesamte betroffene Population. Im Idealfall bedeutete das für die Screening-Mammographie eine vollständige Teilnahme aller eingeladenen Frauen. Da man von Beginn an die Teilnahme an Vorsorgemaßnahmen realistisch eingeschätzt hat, war eine Teilnahmerate von mindestens 70% angestrebt worden. Diese Zahl ist auch acht Jahre seit dem Beginn des Programmes nicht nur nicht erreicht, sondern weit unterschritten worden. Die landesweit durchschnittliche Teilnahmerate von 54% fasst Bezirke wie Münster mit 69% als auch Bochum mit 37% zusammen. Von den angesetzten 350 Millionen Euro sind daher auch nur schätzungsweise 240 Millionen Euro abgerufen worden.

Fehlende Einbindung der niedergelassenen Ärzte

Mit der zu geringen Akzeptanz verfehlt das Programm die [[Screening]] –Bedingungen. Eine Verbesserung ist auch nicht in Sicht, solange die Frauenärzte nicht entscheidend in das Screening -Programm einbezogen werden. Ganz im Gegenteil werden Patientinnen mit einer positiven Brustkrebsdiagnose vom programmverantwortlichen Radiologen in einer Fallkonferenz vorgestellt und in ein [[Brustzentrum]] weitergeleitet. Oft erfährt der Frauenarzt vom Schicksal seiner mitunter jahrelang betreuten Patientin erst nach Jahresfrist, wenn sie mit einem Krankenhausbericht und den Berichten über die Strahlen- und Chemotherapie seine Praxis aufsucht.

Kammerversammlung fordert Befundmitteilung in jedem Fall

Weder die Ausklammerung des Frauenarztes noch die Weigerung des für das Screening-Programm verantwortlichen Koordinators Dr. Aubke, jede Mammographie nach den Regeln der Röntgenverordnung zu befunden, kann von der Ärzteschaft hingenommen werden. Das Argument, dass die Befunderstellung zuviel Arbeit für die Screening-Einheiten bedeutete, kann nicht akzeptiert werden. Die weitere Begründung, dass die Mammographie im Screening keine ärztliche Leistung, sondern nur eine Feststellungsuntersuchung sei, wird als formalistisches Argument abgelehnt.

Die Mitglieder der Ärztekammer-Versammlung beschlossen in Münster nahezu einstimmig, dass der Vorstand bewirken möge, dass alle Mammographien im Screening-Programm so wie jede sonstige Röntgenuntersuchung zu befunden und dass diese Befunde dem Frauenarzt/Hausarzt auch mitzuteilen sind.


Dr. Dr. Hans-Jürgen Bickmann, Siegen

 

Hans-Jürgen Bickmann - jameda.de
Dr. med. Dr. phil.
Hans-Jürgen Bickmann

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